Donnerstag, 21. Januar 2010

Ablenkungsfreudig

Ich bin in der glücklichen Lage meine Arbeit weitgehend von zu Hause aus tätigen zu können. Das ist einerseits ein Segen (ich möchte es auf keinen Fall missen) andererseits erfordert es auch eine gewisse Disziplin sich an die täglichen Arbeits-Stunden zu halten.
Ich habe eine große Arbeitsfläche und vielerlei, was meine Aufmerksamkeit kurzfristig unterbricht...::o))
So habe ich mir für eine Ecke letzte Jahr ein Nano-Becken gekauft. Das ist ein Aquarium, welches vorwiegend mit Pflanzen ausgestattet wird und eventuell auch mit Garnelen bestückt werden kann. Dazu braucht man noch einen Heizstab und dann fressen sich die zierlichen, interessanten Tierchen durch all die Algen, die sich auf den Pflanzen und in dem Becken tummeln. Sehr brav!!
Ich gehöre zu den Menschen, die stets bewundern was so viele andere Bloggerinnen an Wohn-Ambiente schaffen. Bei mir ist das nicht ganz so umsetzbar - mit 3 Hunden - die Kinder sind ja Gott sei Dank aus dem Gröbsten raus....:o)) - da kommt einiges unter dem Aspekt: "Praktisch und sicher" im Alltäglichen vor.
So ist halt auch mein Arbeitszimmer, das ehemalige Kinderzimmer der Jüngsten, es ist nur noch Ankleideraum der beiden Grazien, der Rest gehört mir.....:o))
Meine Wände sind mit Bildern -Momentsaufnahmen geschmückt.
Davon kann ich mich auch gar nicht trennen, auch nach Jahren schaue ich immer wieder mit einem Schmunzeln oder auch ein bißchen Wehmut darauf.

z.B. dieses Bild von einem meiner Zwillinge, vor Jahren bei einer Lama-Wanderung in Rheinhessen aufgenommen......
...die unendlich vielen Gemälde aus vergangenen Jahren - große Liebesbeweise.......
....da hängt auch mal ein Gedicht von einer lieben Gartenfreundin dazwischen

Stiftehalter......schon leicht ramponiert aus Grundschulzeiten meiner Zwillinge...na, ist ja auch schon 8 Jahre her....man beachte die extravagante Trennung des Wortes Frühling......
...oder auch die letzte Email meines Papas, der in den letzten Wochen vor seinem Tod durch die vielen Morphium-Dosen vieles nicht mehr 100 %ig erledigen konnte und der doch immerhin mit 85 Jahren ein LapTop besaß, es liebte und auch fleissig benutzte - 9 Tage vor seinem Lebensende schrieb er mir diese Zeilen........."ihn" war sein LapTop !
Tja, so kann ich mich nicht den gelebten und erlebten Dingen entziehen, dass ich sie einfach in eine Kiste packe und "mein Arbeitszimmer" zwar der besseren Optik umgestalte, aber den eigentlichen Werten entziehe.
So wird es weiterhin wohl ein kunterbuntes, mit Erinnerungen gepinntes Arbeitsreich sein.
Ich wünsche Euch einen frohe Freitag und einen guten Start ins Wochenende.
LG an Alle
Akaleia

Kommentare:

  1. wunderschön zusammengestellt, ich kann mich so richtig hineinversetzen;
    unser Leben wird erst reich durch das Erinnern und die kleinen Alltagsdinge,´-
    auch ich gehöre nicht zu denen, die zu jeder Jahreszeit alles umdekorieren, sondern liebe mein Sammelsurium
    jedes Ding hat seine kleine Geschichte, die sie so liebenswert machen
    einiges an Erinnerungsstücken aus den Nachlässen der Familie habe ich schon in der Familie weitergeben, an Nichten und Kinder und Enkelkinder ...
    Frauke

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  2. Fand ich jetzt so schön ehrlich geschrieben! Weißt du, ich verdreh mich auch nicht, nur um im Trend zu liegen. Und in unserem Haus, da leben wir und wir brauchen nicht zu repräsentieren. Neben meinem Schreibtisch im Büro hängt eine große Karte mit "Spiders of Australia". Da würde es jedem grausen. Ein Geschenk meiner Cousine, das ich von einem Familientreffen in Perth mitgebracht habe. Usw., usw.

    Ich würde dich gerne in meine Blogliste nehmen, ist das ok?

    Wünsche dir schon mal ein schönes WE, Brigitte

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  3. Ups, jetzt ist mein Kommentar gerade verschwunden, deshalb nochmals kurz. Dein post hat mich berührt, sagt er doch aus, was ich ebenfalls empfinde. Wir leben in unseren Räumen und da gehören auch Erinnerungen dazu, die sich "materiell" äussern. Was ist schon Trend! Oft schnelle Vergänglichkeit!
    Liebe Grüsse, Barbara

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  4. Und grade das ist, was "LEBEN" ausmacht. Ohne diese wundervollen Erinnerungen an liebe Menschen, die uns viel bedeuten und mit denen wir so viel erlebt haben ist es eben "nur" ein Zimmer. Dein Raum ist eine "Wohnung" - ein Wohlfühlraum. Dein ganz eigener.
    Bei mir gibt es überall solche Ecken, die Erinnerungen wecken oder ich hol mir immer wieder Fotoalben und meine ganz "intime" Kassette hervor und schwelge....
    ich wünsche dir ein wunderschönes Wochenende - lg. Ruth

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  5. Ein wunderschöner Beitrag, liebe Birgit. Was wäre das Leben ohne Erinnerungen? Ich bin ebenfalls in der glücklichen Lage, meinen ("kunterbunten") Arbeitsplatz zu Hause zu haben. Auf meinem recht großen Schreibtisch steht ein Sammelsurium an gerahmten Fotos - von meinem verstorbenen Vater, meiner verstorbenen Oma, lieben Freunden, die im Ausland leben, meiner heiß geliebten Charleston-Ente, die ich vor 2 Jahren aus Vernunftgründen leider verkaufen musste, usw. Sehr oft ruht mein Blick auf diesen Fotos und ich schwelge in Erinnerungen...

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende, Bärbel

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  6. Ich kann mich gut in deine Lage hineinverstzen! Auch hier sind in fast jedem Zimmer irgendwelche Erinnerungsstücke an vergangene Tage oder an einen lieben Menschen. Und wenn es nur das Foto von meiner Oma ist das bei usn im Esszimmer an der Wand hängt! Von einer durchgestilten Designerwohnung bin ich meilenweit entferbt und das ist auch gut so!

    LG Lis

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  7. Liebe Birgit,
    lieben Dank für Deinen Kommentar im "Geheimen Garten"...
    Erinnerungen...wie sie auch immer sind...gehören zum Leben...danke, dass ich in Deinen Erinnerungen mitlesen durfte...
    möchte Dich gerne im Geheimen- und im Drosselgarten verlinken, ist Dir das recht?

    Liebe Grüße und ein erholsames WE wünscht Dir Traudi

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  8. ein nachdenkenswerter Post. Wer so puristisch wohnt, daß solche Dinge keinen Platz haben, der hat etwas versäumt. So etwas gehört einfach zum Leben dazu, chic oder nicht chic spielt da nun gar keine Rolle.
    Herzlichen Gruß Bella

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