Sonntag, 20. Januar 2013

Mit allen Sinnen

Vor kurzem habe ich endlich die Verfilmung des Romans "Der Drachenläufer" des wundervollen  Autors Khaled Hosseini gesehen.
Zuvor las ich sein Buch "Tausend strahlende Sonnen" , welches mich unglaublich beeindruckt hat.
Diese zutiefst menschlichen, in all diesem Leid doch oft so poetischen Zeilen, in einem Land, das so tief zerrissen und "geschändet" worden ist- durch diverse Einmischungen von "Außen" und zudem noch Fanatismus vom Innern heraus, haben mich sehr berührt.

Kurz zuvor hatte ich bei einer anderen Blogschreiberin, Simone sei Dank, von ihrer Begeisterung über das neue Buch von Ottolenghi mit dem Titel Jerusalem  gelesen.

Ich habe es mir natürlich bestellt - es ist momentan nur auf Englisch verfügbar - aber das macht nichts.

Das Buch ist unbedingt lesenswert - es ist eine Liebeserklärung der beiden Autoren an die Stadt ihrer Kindheit: Jerusalem.
Jerusalem, das bis heute ein Schmelztiegel unterschiedlicher Kulturen und Religionen ist - die vielen jüdischen Gemeinden von überall , griechisch - orthodoxe, russisch - orthodoxe, armenische Orthodoxe, äthiopische Juden,  aus Polen,  Frankreich, Libyen,  England,  Indien,  Argentinien,eigentlich von "all over the world", dann die palästinensischen Muslime von der West Bank, arabische Christen.
Bisher habe ich schon einiges gelesen was mir neu war. z.B. wußte ich nicht, dass es sogenannte "Hummusia" gibt - einfache Lokale, die von morgens bis spätnachmittags  nur Hummus verkaufen - viele, die untereinander im harten "Hummus-Konkurenz"-Geschäft sind.
Über Hummus kann es bei den Einheimischen zu stundenlangen  Diskussionen kommen, denn jeder mag ihn anders. Der eine "smooth and fluffy", der andere "chunky and spicy" - und welcher Laden macht den Besten?
Und überhaupt,  wer hat den Hummus als erster "eingebracht"?
Das Buch ist mit wunderbaren Bildern, privaten Einblicken in familiäre Geschichten der beiden Autoren, sowie  natürlich  für "Noch-Nicht-Jerusalem-Reisende " interessanten Geschichts-Passagen versehen.
Als dann noch meine Bestellung von meinem Lieblingsgewürzshop, nämlich  dem Spice Shop in London eintraf, war es natürlich um mich geschehen...d.h. meine Kochlust entflammte  :)

Birgit Erath , die fröhliche und zudem (nicht nur für mich) geniale Gewürz-Queen, hat nun schon seit fast 20 Jahren ihren Laden in der Portobello Road. Ich hatte schon das Vergnügen, den Duft einzuatmen, der einen beim Betreten des Geschäfts umfängt.
Sie hat auch seit einiger Zeit  im Schwarzwald einen schönen Laden, auf der deutschen Website sind auch alle Gewürze, Mischungen etc. vorhanden - herrlich!


Granatäpfel sind unverzichtbar in der Middle Eastern Küche

Daher habe ich mich für einen Salat in Anlehnung aus dem Buch Jersualem entschieden.
Er heisst: Roasted cauliflower and hazelnut salad.

Ihr braucht:
Einen kleinen Blumenkohl, ungefähr 1 Stange Staudensellerie (ich habe ihn kurz angeschwitzt),
eine kleine Handvoll, im Ofen geröstete und enthäutete Haselnüsse, glatte Petersilie, Granatäpfel, etwas Weißweinessig, Ahornsirup, Zimt, Olivenöl, Salz und schwarzer Peffer.


Gebt den rohen Blumenkohl (in kleinen Röschen) in eine Auflaufform - mischt diese gut mit circa 5 El. Olivenöl und Salz und Pfeffer und schiebt sie in den Ofen (Umluft - vorgeheizt auf 180 Grad ) für circa 30 Minuten.
Danach aus dem Öl nehmen und in einer Schüssel abkühlen lassen.
Staudensellerie roh oder kurz angeschwitzt dazu - grob gehackte Haselnüsse und grob gehackte Petersilie.
Abgekühlt  alles mit dem Öl aus der Form, etwas Zimt, 1 Tl. Weinessig, 1-2 Tl Ahornsirup, Salz, frischem Pfeffer abschmecken. Granatäpfel noch dazu und......

 ...schon habt Ihr ein wundervollen, außergewöhnlichen Salat.

Da ich auch eine persische Gewürzmischung  mitbestellt habe,  entschied ich mich für ein Huhn, eingerieben und im Ofen gebacken mit der fantastischen Persischen Stew Mischung, bestehend aus Safran, Zimt, Rosenknospen, Koriander, Caradamom, Sesam und anderen Gewürzen.

In der Zwischenzeit habe ich einen Reis gekocht - anschließend eine Mischung aus Safranblüten und getrockneten Orangenschalen mit heißem Wasser übergossen und diese Mischung dann, nach einer viertel Stunde ziehen,  mit grobgehackten getrockneten Aprikosen unter den Reis gehoben.


 Dazu gab es einen griechischen Sahnejoghurt, verrührt mit Sumach, glatter Petersilie, Minze und ein klein wenig Salz sowie Zitronensaft.


Zum Eindippen habe ich kleine Pitas  halbiert, mit Olivenöl beträufelt und mit der wunderbaren Za´tar -Mischung bestreut und im Ofen kurz gegrillt.

Mit allen Sinnen genießen - tatsächlich habe ich auch ab und zu den Tastsinn benutzt  :)


Was für  ein Geschmack - wir waren hingerissen.


In diesem Sinne startet gut in die wohl eher ziemlich (leider) winterliche neue Woche
Akaleia



Kommentare:

  1. Wow! das ist ja ein super post!!

    Vielen Dank, Cinzia

    AntwortenLöschen
  2. Da läuft einem ja das Wasser im Mund zusammen! Deine Bilder sind einfach klasse! Israel ist ein interessantes Land! Ich hoffe wirklich, dass irgendwann ein friedliches Leben dort möglich sein wird!!!!
    viele Grüße von
    Margit

    AntwortenLöschen
  3. Hallo liebe Birgit, daaaaaaaanke - wieder soviele herrliche - auch genussvolle Bilder ...hmmmm - es duftet - ohne zu wissen, wie ich je in meinem Leben alle diese Ideen umsetze - Aber - es macht alleine das Lesen soviel großen Spaß. Drachenläufer - diesen Film werde ich wohl niemals mehr aus meinem Kopf kriegen. Er hat so wunderbar und so prägend auf mich gewirkt.
    Da dem Wettergott nichts als Kälte - Eisregen - Schneefall einfällt, nehmen wir eine Prise Gelassenheit zu uns - hier in Form einer Tasse heißen Schockolade und übersehen möglichst ganz viele Ecken im Garten weiß umhüllt, wo eigentlich Arbeit auf mich wartet.
    Mir als Monsterbacke schmeckt leider der Schnee viel zu gut - meint meine Lappentopftipperin ....tja - der eine so - der andere so - dabei ist Schneeschippen für mein Herrchen schon zum allgemeinen Fitnesstraining (armer Rücken) geworden und da bin ich einfach allzu gerne auch dabei - es geht wohl - dank meiner Hilfe - viel schneller ;-).
    Wuff und LG
    Aiko

    AntwortenLöschen
  4. So, nun bin ich nochmal gekommen, war nämlich gestern schon hier. Aber, weil ich genau lesen will, dauert es manchmal auch.

    Beide Bücher von Hosseini habe ich schon vor Jahren gelesen, und sie haben mich beide sehr beeindruckt. Das ist gute Literatur!

    Deinem weiteren Bericht bin sehr gerne gefolgt, sehr kurzweilig, informativ, interessant und danke auch für die Rezepttipps und für den Link, dem ich gerne folge.

    Mit allen Sinnen genießen - ich freue mich, dass du so gut weißt, wie das geht!

    Lieben Gruß, Brigitte

    AntwortenLöschen
  5. Es ist schön, mit welcher Begeisterung du über die gelesenen Bücher und das Kochen schreibst, so sollte man leben - mit allen Sinnen und sich Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens lassen.

    Sigrun

    AntwortenLöschen
  6. Danke für den Buchtipp - ich liebe solch außergewöhnliche Bücher. Das werde ich mir gleich vormerken, obwohl ich gestehen muss, dass mich das Englische ein wenig schreckt... so lange habe ich nichts Englisches mehr gelesen (überhaupt hab ich schon lang kein Buch mehr gelesen, wie mir scheint...) - höchste Zeit also :)
    Alles Liebe. maria

    AntwortenLöschen
  7. Obwohl ich gerade etwas schläfrig auf meinem Blogverdauungsspaziergang bin, habe ich sofort beglückt festgestellt, dass ich allllles aber auch alles für dein Salätchen zu Hause habe... werde mich mit grösster Wahrscheinlichkeit am Donnerstag dahintermachen....
    Die Bücher von Khaled Hosseini kenne ich auch... war auch sehr beeindruckt... der Film ist jedoch noch nicht bis zu mir gekommen...
    Lass es dir gut gehn... stell dir vor jetzt drückt bei uns gerade wieder einmal die Sonne! und ich werde mich nun doch noch an die 1000 Verdauungsschritte wagen!
    ♥-lich brigitte

    AntwortenLöschen
  8. Da warst du ja ganz gewaltig inspiriert - eine wunderbare Serie von Bildern.

    AntwortenLöschen
  9. Sehr anregende Rezepte, das werde ich mal probieren, sieht ja sooo lecker aus.Das Buch" Der Drachenläufer" habe ich auch gelesen, dass es einen Film gibt wußte ich nicht.
    Liebe Grüße
    von Edith

    AntwortenLöschen