Gerade eben hatte ich beim Einsortieren eines Buches in unser Bücherregal "etwas" in die Hand genommen.
Dieses "Etwas" ist ein kleines Gebet-und Andachtsbuch, welches ich durch Zufall im Elsass auf einem Flohmarkt in die Hand bekam und für 50 Cent erwarb. Wie und auf welchem Wege es in diese Gegend kam weiss ich nicht.
Es hat mich schon damals sehr berührt und immer wenn ich es in die Hand nehme muss ich daran denken, dass es lange Zeit eine große Bedeutung für die dazugehörige Person hatte und natürlich wie mit all den Dingen aus alter Zeit schon viel "erlebt" hat.
Wie oft wird der Besitzer, ein katholischer Geistlicher, mit seinen Händen über das Kreuz auf dem Einband gefahren sein?

Die Seiten sind vergilbt, sie fühle sich so ganz anders an wie das heutige Papier.
Zudem befinden sich wunderschönen kleine Malereien darin.

Wie oft wird er bei der Morgenandacht, die heute nur noch von ein paar älteren Menschen besucht wird, diese Seiten gelesen haben?

"Betet ohne Unterlaß" - Ich bin in einem katholischen Elternhaus aufgewachsen und war bis zu einer bestimmten Zeit in meiner Jugend oft in der Kirche, ich habe mich viel mit dem Glauben der katholischen Kirche auseinandergesetzt und habe bis heute eine zwiespältige Meinung dazu.
Ich muss aber sagen, dass mich Kirchen als Rückzugsorte für meine Gedanken und stille Gebete seit jeher anziehen. Ich glaube manchmal, dass uns diese Orte in der hektischen, reizüberfluteten und schnelllebigen Zeit fehlen. Mein Vater hatte immer sehr bedauert, dass die Messen, bei denen der Priester mit dem Rücken zur Gemeinde den Gottesdienst (und das noch in Lateinisch) abhielt, irgendwann "abgeschafft" wurden. Ich konnte ihn so gut verstehen.

Höhenentlang
Der Tag verraucht,
Über die Felder
Die Sehnsucht haucht:
Steigt aus dem Dämmer
Dort nicht der Pfad,
Auf dem die Stille
Des Abends naht?
Ein erster Stern
Im weiten Kreise.
Engel der Ruhe
Singen leise:
"Mach auf dein Herz,
Schließ zu dein Haus,
Dann ruht die Stille
Bei dir aus."
Habt ein ruhevolles Wochenende.
LG
Akaleia